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  Haargymnastik    
 

Tips, die der Vorbeugung von Haarschädigungen dienen, kennen wir: nicht zu heiß fönen, gute Bürsten verwenden, keine Chemie... Die Kette würde sich beliebig erweitern lassen. Aber: Schönheit kommt doch auch von innen. Und deshalb kann man sie auch von innen unterstützen.

Wachstum und Struktur der Haare werden von unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Pflege von innen und äußerlich angewendete Haarkosmetik sind maßgeblich am Aufbau eines gesunden Haares beteiligt. Um die äußerliche Pflege kümmern wir uns sehr intensiv. Aber leider wird die Pflege von innen oftmals unterbewertet! Die Schönheit der Haare kommt von innen!

Das Haar reagiert wie die Haut auf Ernährung, Lebensweise und Psyche. Pflege von außen reicht bei weitem nicht aus, um das Haar ausreichend zu versorgen. Die Versorgung der Haare beginnt in der Haarwurzel. Bei der Hautpflege erkennen wir leicht, dass die beste Creme die gewünschte Wirkung nicht erzielt, wenn z.B. eine Krankheit im Körper steckt. Da sich die Haut ständig erneuert - im Gegensatz zum Haar - lassen sich Hautschädigungen leicht erkennen und meist auch schnell ausgleichen. Bei Haarschädigungen handelt es sich aber um einen langsamer fortschreitenden Prozeß. Deshalb werden Veränderungen der Haarstruktur oder Wachstumsstörungen von den Kunden oftmals nicht rechtzeitig wahrgenommen. Um Haarschäden (wortwörtlich!) schon im Ansatz zu bekämpfen, muss die ,,innere Pflege" stimmen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung und vor allem die Liebe zum eigenen Haar bieten ideale Voraussetzungen für den gesunden Aufbau der Haare.

Der Blutkreislauf versorgt das Haar

Um zu verstehen wie diese ,,innere Pflege" im Haar wirkt, möchten wir vorab einige Zu­sammenhänge  erklären. Der Blutkreislauf des Körpers ist der ,,Ernährer" der Haarwurzel. In der Haarwurzel wird das Haar gebildet und über diese mit Nährstoffen versorgt. Der Haarwur­zel wiederum wird durch arterielle  Kapillare  nährstoffreiches Blut zugeführt. In der Wurzel findet der Stoffwechsel statt. Toxische Stoffe und Stickstoffe müssen wiederum abtranspor­tiert werden. Dieser Abtransport geschieht über den venösen Teil der Kapillaren.

Schönes Haar und gesunde Haut sind somit die positive Konsequenz eines gut funktionierenden Blutkreislaufs. Das Blut wird durch die Herzfunktion durch den ganzen Körper gepumpt. Zusätzlich wird der Blutkreislauf aber auch durch die Bewegung der Muskeln unterstützt. Neben dem Herz sorgt also die gesamte Körpermuskulatur für einen funktionierenden Kreislauf und somit für die ausreichende Versorgung aller Zellen. Jede sportliche Bewegung macht deutlich, wie stark die Blutzirkulation durch die Muskelbewegung angeregt wird. Ein gut durchbluteter Körper kann Nährstoffe optimal aufnehmen und verwerten. Genauso verhält es sich im Haar. Der Vorgang ist im Großen wie im Kleinen.

Bewegen wir die Kopfhaut denn ebenso gut wie unseren Körper?

Was passiert, wenn wir Körperteile total lahm legen, weiß jeder, dem schon mal der Fuß ,,eingeschlafen" ist: Wir spüren ein taubes Gefühl. Dieses Gefühl entsteht, weil die Blutzirkulation unterbrochen ist. Passiert dies auf Dauer, lagern sich, kaum merkbar, Schlackestoffe an den Gefäßwänden ab. 

Erst durch die Bewegung der Muskulatur wird das Blut wieder gepumpt. (Bei jeder Blutabnahme hört man den Arzt sagen: ,,Und jetzt, bitte mal kräftig pumpen!" Nicht ohne Grund benötigen wir also Bewegung). Wenn also die Venen und Arterien nicht genügend Druck haben, lagern sich Verschlackungsstoffe an den Gefäßwänden ab und diese verengen sich. Die empfindliche Kopfhaut hat keine Muskelfasern und kein Fettgewebe wie andere Körperteile. Selbst mit viel Konzentra­tion und Kraft sind wir nicht in der Lage, unsere Kopfhaut zu bewegen oder zu trainieren.

Was können wir tun um die Kopfhaut zu bewegen?

Um die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern, übernimmt der Haaraufrichtemuskel indirekt die ,,Pumpfunktion". Indirekt, weil er nur mit der Haarwurzel verbunden ist, und diese wiederum die Bewegung (Zellvibration) auf die Kapillargefäße weiterleitet. Durch die Bewegung des Haaraufrichtemuskels wird also verhindert, dass sich in den Kapillargefäßen Verschlackungsstoffe ablagern.

Die Bewegung des Haaraufrichtemuskels hängt entscheidend von der Haarlänge - aufgrund des damit verbundenem Gewichts - und von der Bewegung der Haare ab. Bei langem Haar wird der Muskel beansprucht und gestärkt, weil sich lange Haare ständig bewegen. Der Muskel ist trainiert und in der Lage, seine Funktion als ,,Pumpe" zu erfüllen. Bei kurzem oder überwiegend zusammengebundenem Haar erschlafft der Muskel, denn das Haar wird nicht oder nur wenig bewegt. Somit fehlt auch die durch den Haaraufrichtemuskel ausgeübte Bewegung auf die Kapillare. Das Haar wird nicht mehr richtig versorgt und Schlacke werden nicht entsorgt.

 

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